PDF/A-1a & PDF/UA: konform publizieren ohne Überraschungen

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PDF ist oft die letzte Meile einer Prozesskette: Was du veröffentlichst, muss archivierbar (Langzeitaufbewahrung) und barrierefrei (für alle nutzbar) sein.
Genau hier wird es knifflig: PDF/A-1a und PDF/UA wirken wie Checkboxen, sind aber in Wirklichkeit ein Bündel konkreter Anforderungen, die eine Pipeline schnell instabil machen können. In diesem Artikel zeige ich, woran Teams typischerweise scheitern — und wie du das als kontrollierten Prozess statt als „Export am Ende“ aufsetzt.

Warum das so oft schiefgeht

Viele Teams behandeln PDF als Endprodukt: aus Word/HTML exportieren oder per Library generieren. Das klappt… bis die Ausgabe konform sein muss zu:

  • PDF/A-1a (Archivqualität, reproduzierbar über Jahre)
  • PDF/UA (Barrierefreiheit: Tags, Struktur, Alternativtexte, Lesereihenfolge)
  • und manchmal zusätzlichen Anforderungen von Portalen/Branchen/öffentlichen Stellen Dann kommen die Überraschungen:
  • „veraPDF schlägt plötzlich fehl nach einer kleinen Änderung.“
  • „Die PDF sieht gut aus, aber Screenreader stolpern.“
  • „Metadaten passen nicht, Fonts sind nicht eingebettet, Tags sind unvollständig.“
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PDF/A-1a vs. PDF/UA in einfachen Worten

PDF/A-1a (Archivierung)

Ziel: Das Dokument soll auch in vielen Jahren zuverlässig gleich dargestellt werden, ohne versteckte Abhängigkeiten.
Typische Stolpersteine:

  • Fonts müssen vollständig eingebettet sein
  • Farbräume/Profiles müssen stimmen
  • Metadaten (XMP) müssen konsistent sein
  • keine externen Abhängigkeiten (verlinkte Ressourcen etc.)

PDF/UA (Barrierefreiheit)

Ziel: Eine PDF mit semantischer Struktur, die Hilfstechnologien verstehen.
Typische Anforderungen:

  • korrekte Tag-Struktur (Überschriften, Absätze, Listen)
  • korrekte Lesereihenfolge
  • Alternativtexte für Bilder
  • Tabellen müssen echte Tabellen sein (TH/TD, scope/headers)
  • Dokumentensprache und Titel korrekt gesetzt

In der Praxis: PDF/A ist „PDF als Archivobjekt“, PDF/UA ist „PDF als strukturiertes Dokument“.

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Wo es am häufigsten bricht (Top 10)

  1. XMP-Metadaten: Titel/Author/Producer fehlen oder sind inkonsistent
  2. Dokumentensprache fehlt oder ist falsch
  3. Titel nicht gesetzt (oder nicht als Titel angezeigt)
  4. Fonts nicht vollständig eingebettet
  5. Bilder ohne Alt-Text, oder dekorative Bilder nicht als Artefakt markiert
  6. Überschriftenebenen überspringen Stufen (H1 → H3)
  7. Lesereihenfolge passt optisch, aber logisch nicht
  8. Tabellen: fehlende Header / falsches scope
  9. Links ohne aussagekräftigen Linktext („hier klicken“)
  10. Generator/Export erzeugt „fast richtige Tags“, aber nicht konforme Tags
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Die Lösung: als kontrollierte Pipeline aufsetzen

Der Schlüssel: PDF/A-1a und PDF/UA nicht als „Export“, sondern als Qualitäts-Gates in deiner Prozesskette behandeln.

1) Eine Quelle der Wahrheit für Metadaten

Lege fest, wo Titel, Autor, Sprache, Datum und Identifikatoren herkommen — und mache das verpflichtend (wie Schema-Validierung bei XML).

2) Tagging ist kein Nebenprodukt

Wenn du aus Word/HTML generierst, definiere klare Mapping-Regeln:

  • Überschriften-Styles → H1/H2/H3
  • Listen → L/LI
  • Tabellen → Table/TR/TH/TD
  • Bilder → Figure + Alt-Text oder Artifact

3) Quality Gates vor der Veröffentlichung

Validatoren als Gate nutzen, nicht als „Fehlersuche im Nachhinein“:

  • veraPDF für PDF/A (und Teile von PDF/UA)
  • ein PDF/UA-Checker (z. B. PAC) für Barrierefreiheit
  • eigene Checks ergänzen (fehlende Alt-Texte, Sprache, Titel etc.)

4) Fehler reproduzierbar machen

Wenn eine PDF fehlschlägt, willst du:

  • die genaue Validator-Ausgabe speichern
  • die Quelleingabe + Version speichern
  • sauber sehen, was sich geändert hat (Generator, Stylesheets, Templates)

So vermeidest du „mysteriöse Regressionen“.

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Praktisch starten

Du musst nicht alles sofort perfekt machen. Starte mit:

  • Sprache + Titel immer korrekt
  • Alt-Text-Prozess (auch wenn am Anfang manuell)
  • Tabellen mindestens als Tabellen erkennbar
  • veraPDF als Gate in jedem Build

Danach kannst du die Semantik weiter verbessern (Überschriften, Lesereihenfolge, Artefakte).

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Wobei ich helfen kann

Wenn deine PDF/A-1a- oder PDF/UA-Ausgabe „fast konform“ ist (oder nach Änderungen ständig bricht), helfe ich dir, das planbar zu machen:

  • Analyse von Failures (veraPDF/PAC) und Root-Cause
  • Tagging-Strategie aus deiner Quelle (Word/HTML/XML)
  • Quality Gates + Regression Checks in CI/CD
  • eine Pipeline, die zuverlässig konforme PDFs erzeugt

Wenn du willst: Schick mir eine Beispiel-PDF plus Validator-Output, dann zeige ich dir die schnellsten Hebel.

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